Welt der Philosophie

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"Das Soziale Band", eine philosophische Reflexion

Was hält eine Gesellschaft zusammen, was ist die Grundlage für unser soziales Zusammensein. Das was gerne als Soziales Band bezeichnet wird offenbart sich erst dann als Problem, wenn der Begriff nicht mehr das beinhaltet, was für alle verbindlich ist. Doch in einer multikulturellen Entwicklung eines Landes entstehen Fragen, die die gesellschaftliche Identität maßgeblich berühren. Vom 23.- 25. März fand an der Fernuniversität Hagen ein internationales Symposium statt, wir berichteten in einer Ankündigung, das sich mit der multidisziplinären Fragestellung beschäftigte. Unter dem Titel "Das soziale Band - Geschichte und Gegenwart eines sozialtheoretischen Grundbegriffs" fanden sich in Hagen Wissenschaftler in internationaler Besetzung zusammen.
Wir sprachen im Vorfeld der Veranstaltung mit Prof. Dr. Thomas Bedorf von der Fernuniversität Hagen über die philosophischen Grundannahmen zum Thema.

 

Themen und Fragestellungen der Hagener Tagung:

Geschichte und Gegenwart des sozialtheoretischen Grundbegriffs
Theoriegeschichtliche Bestandsaufnahme: Wie ist das soziale Band von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren gedacht worden? Inwiefern konkurriert der Begriff des sozialen Bandes dabei mit anderen Begriffen?
Kritische Gegenwartsdiagnose: Von welchen Auflösungserscheinungen ist das soziale Band in unserer Gegenwart bedroht? Inwiefern bringen Prozesse der Desintegration und der Exklusion soziale Bindekräfte zum Erlahmen?
Theoretische Rekonzeptionalisierung: Warum reißt das soziale Band selbst dort nicht, wo keine Gemeinsamkeit zwischen den Einzelnen zu bestehen scheint?
Praxistheoretische Beschreibung: Welche Praktiken der Vergemeinschaftung sind für unsere Gegenwart grundlegend?

Netzbezüge:

http://www.sozialesband.de/Das_Soziale_Band/Startseite.html
http://www.fernuni-hagen.de/philosophie/lg3/cfp_soziales_band.shtml

zur Person:

Prof. Dr. Thomas Bedorf

(stk., Foto: erle)

 

 

 
 
 
 
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Jürgen Habermas erhält den Erasmuspreis 2013



Die Stiftung Praemium Erasmianum hat den deutschen Gelehrten Jürgen Habermas (*1929) mit dem Erasmuspreis 2013 ausgezeichnet.

Das Thema des diesjährigen Erasmuspreises ist "Die Zukunft der Demokratie". Seit mehr als 50 Jahren beteiligt sich Jürgen Habermas am öffentlichen Diskurs in Soziologie, Philosophie und Politik. Zentrale Themen seiner Denkansätze sind Demokratie und Bürgerengagement. Seine politische Analyse ist scharf und kritisch, zugleich aber auch optimistisch in Bezug auf die Zukunft eines demokratischen Europas. Er glaubt an die Debatte, an die Ratio als Quelle für die Politik und an die Gleichheit der Menschen.


Mit seinen humanistischen Ansichten und seinem Engagement für die Zukunft Europas verkörpert er die erasmischen Werte, die von der Stiftung Praemium Erasmianum so wertgeschätzt werden.

Als Vortragsredner wirkte er international, an amerikanischen Universitäten war er gerngesehener Gast.

Jürgen Habermas ist Urheber eines gewaltigen Werks, in dem er die Bedeutung des Dialogs, der Demokratie und der Menschenwürde herausstellt. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen "Strukturwandel der Öffentlichkeit" (1962) und "Theorie des kommunikativen Handelns" (1981). Die aktuelle politische und finanzökonomische Krise und das Schicksal Europas sind Thema seiner jüngeren Abhandlung "Zur Verfassung Europas" (2011).

Der Erasmuspreis ist eine jährliche Auszeichnung für eine Person, die in Kultur, Gesellschaft oder Sozialwissenschaften besonderes geleistet hat. Der Preis ist mit 150.000 Euro dotiert.

Die Preisverleihung findet im Herbst 2013 statt; der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

(stk., Fotos: Erlenarchiv)

 

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Papst Benedikt und die alte Kontroverse zur Philosophie

 

Die Papstrede im Bundestag enthielt weit mehr Sprengstoff, als die zum Teil unkritischen Medien dem faktischen Text entnehmen. Benedikt hat alte Positionen der Katholischen Kirche wiederholt und greift dabei auf verflachend einfache Bruchstücke philosophischer Diskurse zurück. Entlang seiner dokumentierten Aussagen veröffentlichen wir ein Gespräch über die wesentlichen Thesen seiner Rede...

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Ist Papst Ratzinger ein Philosoph?

Umberto Eco, der bekannte Schriftsteller wagt es, Papst Benedikt intellektuell zu beurteilen. Und dieser schneidet dabei nicht sonderlich gut ab. "Kein Philosoph und kein großer Theologe" sind die Kernaussagen zum bald in Deutschland erwarteten Oberhaupt der Katholischen Kirche. Eine Meinung unter vielen kritischen Stimmen in diesen Tagen vor dem medial inszenierten Großereignis, das viele Fragen aufwirft und die Emotionen nicht nur ansprechen soll, sondern auch teilt. Löst man die von Eco aufgestellte Behauptung von seiner Person und dem benannten römischen Staatschef, stellt sich die Wahrheitsfrage, welche Attribute einem Philosophen oder Theologen zukommen. Dabei untermauern die dann zu ziehenden Schlüsse wohl recht klar Umberto Ecos Thesen...

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An der Versorgung festgemachte Moral ohne Fragen?

Mit welchen Fragen versuchen wir eigentlich unsere politischen Entscheidungen zu begründen? Tritt die Philosophie da an, wo Theologen zu trösten versuchen?

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